Die Biomechanik des Clowns
vom Gleichgewicht des Menschen zum Taumel des Clowns
Meyerhold / Lecoq
Deutsch-französischer Workshop vom 5. bis 15. Juli 2010 in Lyon
mit Heinzi Lorenzen und Peter Scholten
Die Arbeit des Clowns ist in Frankreich ein wesentlicher Bestandteil des Lern- und Entwicklungsprozesses eines jeden Schauspielers. Das Spiel mittels der kleinsten Maske der Welt, der roten Nase, ist eine Herausforderung: Unumgänglich sind hierbei das wirkliche Dasein und die Transparenz (das «Sehen-Lassen» dessen, was im Schauspieler geschieht, wenn er die anderen Mitspieler, das Publikum oder den Autor aufnimmt). Statt nur vorzuspielen oder sich hinter einer Interpretation zu verstecken, ist hier die Begegnung mit sich selbst und mit dem eigenen Scheitern von höchstem Interesse. Der Schauspieler lernt seine Schwächen als Teil seines Seins zu akzeptieren, um sie dann in eine theatralische Stärke umzuwandeln. Das komische Theater und vor allen Dingen die Arbeit des Clowns spielt sich im Raum zwischen Perfektion und Scheitern ab. Daher ist es zunächst notwendig, zu lernen, wie man es richtig macht, um es dann richtig falsch machen zu können.
Dafür tauchten die Teilnehmer, junge Schauspieler aus Deutschland und Frankreich, in zwei Welten: Zunächst in die der Biomechanik, in der sie lernten, den Einfluss der Schwerkraft auf ihren Körper zu erfahren. Ausgehend von diesem erworbenen Gleichgewicht wandten sie sich dann dem bewussten Ungleichgewicht zu: dem Taumeln des Clowns.
Die Lust, Unfug zu treiben, Überschwänglichkeit, Verhaltenheit, Überraschung, schwebender Spannungspunkt, Umbruch, Fiasko und Sturz standen im Mittelpunkt des Ateliers.
Mit diesen Grundlagen bewegten sie sich dann in ein Doppelspiel: ich spiele, dass ich spiele, dass ich spiele... ein quasi permanenter Zustand des Clowns.
Das Atelier endete mit einer öffentlichen Präsentation der Arbeit am Mittwoch, den 14. Juli um 19 Uhr im Théâtre des Asphodèles in Lyon.
Die künstlerischen Leiter
Heinzi Lorenzen
Clown, Schauspieler, Regisseur und Pädagoge - Heinzi Lorenzen studierte bei Jacques Lecoq, Alain Mollot und Pierre Byland und war von 1992 bis 1999 auf Welttournee mit dem Footsbarn Travelling Theater. Er ist außerdem Mitbegründer des Théâtre des Racines Nées und des Clown-Trios «Luzzi ich liebe dich», 2004 tritt er der Maison des Clowns bei, 2007 dem Zirkus Zanzibar. Sein Clownsolo «Kluntet» gründet er 2008. Seit 2002 unterrichtet er an der Theaterschule «La Scène sur Saône» (im Rahmen der Fortbildung FRACO seit 2004) und seit 2010 außerdem beim bekannten südfranzösischen Clownszentrum «La Cascade».
Peter Scholten
Als Lehrer für Kampfsport ist er der Pionnier der Senmotic in Frankreich, einer Technik, erlernt in Deutschland, die körperliche Leistungen entwickelt.
Er ist als Pädagoge an der Theaterschule «La Scène sur Saône» in Lyon tätig, an der er «Senmotic +» -Kurse anbietet. Dabei handelt es sich um eine Körperarbeit, die sich an Schauspieler, Tänzer und Artisten richtet: ausgehend von der Korrektur alltäglicher Bewegungen und Haltungen, erlaubt sie eine Interaktion in die Tiefe, die das Spiel mit Partnern und Objekten berücksichtigt. www.senmotic.blogspot.com
Beschreibung des Ateliers runterladen
In Zusammenarbeit mit der Tanz-und Theaterschule (TuT), Hannover.
Mit der Unterstützung des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW).
Die Teilnahmegebühr betrug 300 €, beinhaltete die Unterkunft und Verpflegung während des gesamten Ateliers und ist erst nach der Teilnahmebestätigung zu begleichen.
Informationen:
+33 4 78 62 89 42 info@plateforme-plattform.org


