Chanson-Atelier: Das Wüstenkabarett
Vom 9. - 30. April 2008 in Lyon und auf Tournee
Mit Eva Biermann und Michel Rodriguez
Film "Das Wüstenkabarett" (April 2008)
Aufführungen in Heidelberg am 24. und 25. April in der Theaterwerkstatt Heidelberg
Klingenteichstr. 8, 69117 Heidelberg
Aufführungen in Lyon am 27., 28. und 29. April im Théâtre des Asphodèles
115 avenue Lacassagne, 69003 Lyon
In diesem Atelier, das den künstlerischen, deutsch-französischen Dialog weiter vorantrieb, wurden Chansons, die für die deutsche und französische Kultur prägend geworden sind, wiederbelebt.
Parallel zum derzeitigen Aufschwung des Chansons in Frankreich, kann man in Deutschland feststellen, dass dieser, trotz seiner eher zurückgehenden Bedeutung nach dem Zweiten Weltkrieg, sich seitdem auch weiterentwickelt hat.
Ausgehend vom Prinzip des Voneinander Lernens führten wir diese beiden Traditionen zusammen, um zum Kern ihrer Verschiedenheit vorzudringen. Die Teilnehmer tauchten für 15 Tage in die moderne oder vergangene Welt des Chansons beider Seiten ein, liessen sich von den Melodien beider Länder durchdringen und entdeckten ihre Besonderheiten sowie ihren Reichtum, - um dann daraus etwas Neues entstehen zu lassen: ein Theaterstück mit eigenen Kompositionen.
Um dies zu verwirklichen, brachten wir aus den beiden Ländern junge Sänger, Musiker und Schauspieler- professionell oder sich noch in der Ausbildung befindend - zusammen und stellten sie unter die künstlerischen Leitung eines deutsch-französischen Duos, der Sängerin und Schauspielerin Eva Biermann und dem Pianisten und Komponisten Michel Rodriguez.
Die Künstler wurden bei der Entstehung des zweisprachigen Liederabends von jungen Bühnen- und Kostümbildnern, Ton- und Lichttechnikern sowie Übersetzern begleitet. Nach zwei Wochen künstlerischen Schaffens im Théâtre des Asphodèles in Lyon wurde das Musiktheaterstück „Das Wüstenkabarett“ für das Publikum in Heidelberg und in Lyon aufgeführt.
Das Wüstenkabarett
Synopsis
In einem abgelegenen Ausgrabungscamp versuchen deutsche und französische Jugendliche für einen Sommer lang, die Schätze der Vergangenheit vor dem Vergessen zu retten. Während sie tagsüber von der Arbeit ins Schwitzen geraten, hocken sie abends zusammen und langweilen sich, denn um ihr rudimentäres Biwak herum gibt es nichts als Wüste. Die einzige Verbindung mit dem Rest der Welt läuft, wenn überhaupt, übers Internet und über den Lieferwagen, der einmal pro Woche vorbeikommt. Sonst passiert nichts.
Da fängt einer der Jugendlichen an, einen Rhythmus zu schlagen, in den nach und nach alle anderen mit einfallen. Gemeinsam machen sie Musik und benutzen ihre Arbeits- und Küchengeräten als Begleitinstrumente. Es werden Chansons gesungen, an die man sich gerade noch erinnert und die Worte hinzuerfunden, die fehlen oder die man in der anderen Sprache nicht kennt. In diese gut gelaunte Anti-Superstar-Show kann jeder seine kulturellen Wurzeln einbringen, und es entsteht eine bunte und verrückte Gegenwart.
In der Vergangenheit graben um die Zukunft zu errichten: dieses Motto verkörpert den Kern des Ateliers aber auch das Rezept zum Komponieren.
In dem Theaterstück sollen zwei musikalische Traditionen, nämlich der französische und der deutsche Chanson, wiederentdeckt werden. Die jungen Künstler üben auf Anweisung Eva Biermanns bestimmte Gesangstechniken, trainieren den Umgang mit Emotionen, lernen das Repertoire kennen und interpretieren und werden dazu ermutigt, auch eigene Chansons zu komponieren. In Anlehnung an diese Arbeitsweise wird die Handlung des Theaterstücks durch die Sänger selbst entwickelt und diese am Ende zur besseren Wahrnehmung ihrer Gemeinsamkeiten führen.
Die künstlerische Leitung
Eva Biermann
Die deutsche Schauspielerin und Sängerin Eva Biermann studierte in Paris und arbeitet in Deutschland und Frankreich. Verschiedene Tätigkeiten in Theater und Film führten sie u.a. nach Karlsruhe, Düsseldorf, Avignon und schließlich Lyon, wo sie seit 1991 lebt. Die Künstlerin arbeitete mit zahlreichen Regisseuren zusammen, darunter Roger Planchon, Pierre Vial, Helmut Straßburger, Guy Parigot, Jean-Yves Picq, Renaud Terrier, Annie Tasset, Bruno Carlucci, Serge Barbuscia, Jacques Coutureau, Christian Cloarec von der Comédie Française... und machte sich durch ihre Interpretationen des Deutschen Kabaretts in Frankreich einen Namen. In Presseberichten werden besonders ihre stimmliche Präsenz sowie Lebendigkeit und Natürlichkeit in ihrem Ausdruck hervorgehoben. Eva Biermann, die beiden Kulturen verbunden ist, gründete 1996 die Kompanie „La Cicindèle“ und begann damit ihre Laufbahn als Regisseurin.
Daraufhin inszenierte sie das deutsch-französische Stück „Lerne Lächeln ohne zu Weinen“ mit Texten von Heinrich Heine und Kurt Tucholsky sowie die Music Hall- Show, „Radio Tricot“. Die Interpretin vermittelt ihr Können in zahlreichen Theater- und Gesangskursen.
Michel Rodriguez
Der französische Musiker Michel Rodriguez wurde 1959 in Lyon geboren und absolvierte am Konservatorium sein Studium im Fach Saxophon. Seitdem unterrichtete der diplomierte Musiker an mehreren Musikschulen Saxophon und Jazzgesang. Zwischen 1975 und 1990 spielte er in verschiedenen Saxophon-quartetten, an der Städtischen Harmonie in Lyon und als Saxophonist und Pianist in der Big-Band in St-Fons. Seit 1998 leitet er die Big Band „Mystère Swing“, von der bereits zwei CD’s erschienen sind. Mit Beginn seiner Tätigkeit als Korrepetitor, öffnete sich Michel Rodriguez anderen künstlerischen Genres, darunter Filmmusik und Chanson. Letzteres führte zu einer Begegnung mit Eva Biermann und der Zusammenarbeit in „Radio Tricot“. Neben seiner Praxis widmet sich der Künstler eigenen Kompositionen für Jazzgesang, Kinderorchester, Saxophon-ensembles und Kinderlieder.
Informationen: 00 33 4 78 62 89 42
oder per Mail: info@plateforme-plattform.org